Gaming Disorder
Definition
Computerspielsucht, übersteigerter Internetgebrauch oder gar Internetsucht wird in Fachkreisen (Internet-) Gaming-Disorder genannt. Diese Begriffe beschreiben eine problematische Nutzung von Videospielen (bzw. des Internets), welche so weit geht, dass der normale Alltag darunter leidet.
Seit 2018 taucht sie auch im „Katalog der Krankheiten“ (ICD11) auf. Somit ist die “Computerspielsucht“ eine von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) anerkannte Krankheit, welche sowohl online, als auch offline auftreten kann.
Verbreitung/ Prävalenz
Da die statistische Studienlage zu diesem Krankheitsbild leider noch recht dünn ist, lassen sich noch keine klaren Aussagen zur Häufigkeit treffen.
In einer 2016 durchgeführten Stichprobe des Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, wurden 1.531 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahre befragt.
Von den Befragten waren 5,7% laut oben genanntem Test „Videospielsüchtig“.
Die Auswertung zeigte außerdem, dass der Anteil der Männer (8,4%) deutlich über dem der Frauen (2,9%) lag. [1]
Diagnosekriterien
Mit diesem Fragebogen nach dem DSM-5-Standard kann eine IGD (Internet-Gaming Disorder) erfasst werden.
Bitte beachte, dass dies nicht die ärztliche Diagnose ersetzt. Sprich mit einem Facharzt wenn du die Vermutung hast unter IDG zu leiden.
- Übermäßige Beschäftigung (z. B. gedankliche Vereinnahmung)
- Entzugssymptomatik (z. B. Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Traurigkeit), wenn das Spielen fehlt
- Toleranzentwicklung (z. B. Bedürfnis nach zunehmend längeren Spielzeiten)
- erfolglose Versuche, das Spielen zu kontrollieren
- Interessenverlust an frühreren Hobbys und Freizeitbeschäftigungen (als Ergebnis des Spielens)
- Fortführung eines exzessiven Spielens, trotz Einsicht in die psychologischen Folgen
- Täuschen von Familienangehörigen, Therapeuten und anderen bezüglich des Umfangs des Spielens
- Nutzen von Spielen, um einer negativen Stimmungslage zu entfliehen
- Gefährdung oder Verlust einer wichtigen Beziehung, der Arbeitsstelle etc. aufgrund des Spielens
Immer noch unsicher oder brauchst du jemanden zum Reden? Gerne beraten und vermitteln wir dich weiter.
Fazit
IGD ist aus wissenschaftlicher Sicht noch ein junges Thema. Die Prävalenz könnte in Zukunft aufgrund der immer stärker werdenden Präsenz von Videospielen, unabhängig vom Alter, weiter zunehmen.
Als Verein sehen wir uns in der Verantwortung als passionierte Hobby-Gamer präventiv zu handeln, indem wir Risiken aufzeigen, aufklären und Betroffene unterstützen.
Quellen
[1] Wartberg L, Kriston L, Thomasius R:The prevalence and psychosocial correlates of Internet gaming disorder—analysis in a nationally representative sample of 12- to 25-year-olds. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 419–24. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0419
[2] DSM-5-Standards von American Psychiatric Association